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2002-2008»Nun glühen schon des Paradieses Weiten/ in überbunter Pracht«, heißt es in Goethes Gedicht »Weltseele«. Und was beseelt die moderne Industriegesellschaft, was ist ihr Glutkern? Henrik Spohlers Bilder geben eine Antwort: Maschinen. Sechs Jahre hat er sich in High-Tech-Fabriken, zwischen endlosen Fertigungsstraßen und fremdartigen Apparaten umgesehen. Produziert wird hier selten Geheimnisvolles, sondern meist Alltägliches: Bier, Pflaster, Computerchips, Fertigpizza. Die gnadenlose Präzision der Fotografien macht aus ihnen weit mehr als bloße Dokumentation: Sie schaffen durch die Wahl des Ausschnitts, mit Hilfe von Licht- und Farbgebung sowie behutsamer digitaler Nachbearbeitung eine Art Hyperrealität, ein Abbild der Weltseele, das immer auch Fiktion, Konstruktion durch den Fotografen ist. Dabei enthüllen sie ein Prinzip: die Fabrik als Quellort der Moderne, als »eiserner Uterus« (Bazon Brock), der unaufhörlich Neues gebiert. Der Mensch ist in diesem Weltmaschinenraum nur eine winzige Randfigur – er hat ihn zwar erdacht und gebaut, aber nur, damit er darin nicht mehr gebraucht wird. Die Frage, ob das zu bedauern oder ein Fortschritt ist, bleibt offen. So detailgenau die Aufnahmen auch sein mögen – nie werden sie ideologisch, sondern dokumentieren die große Ambivalenz jener »Paradieses Weiten«, die der Mensch sich selbst erschafft.

Peperoni Books, 2008, ISBN 978-3-9809677-9-2
Text: Christof Siemes (Englisch/Deutsch)
Gestaltung: Hans Günter Schmitz
96 Seiten, 41 Farb-Abbildungen, Hardcover, 30,5 x 24,5 cm,
peperoni-books.de